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BeleuchtungBartagamen bewohnen die Steppen und Halbwüsten Australiens und benötigen daher sehr viel Licht. Eine für Bartagamen ausreichende Beleuchtung ist absolut unerlässlich. Sie trägt zur Vitalität, Aktivität und vor allem zur Gesundheit der Tiere bei. Viele Lampen sind für unterschiedliche Zwecke ausgelegt und hergestellt. Man benötigt Leuchtmittel für die Grundbeleuchtung (Helligkeit), die UV-Beleuchtung und eine Beleuchtung die Wärme schafft. Leider werden in fast allen Zoohandlungen längst nicht alle benötigten Lampen angeboten, oder man kann baugleiche Lampen z.B. aus Baumärkten zum Teil wesentlich günstiger bekommen. In den nachfolgenden Themen möchten wir euch daher beschreiben, welche Beleuchtungsmittel für Bartagamen zwingend notwendig sind und welche man getrost weglassen kann. Sollte man sich mit der Elektroinstallation nicht auskennen, so ist es sehr ratsam, einen Fachmann hierfür zu beauftragen.
GrundbeleuchtungDie Grundbeleuchtung ist der Teil der Beleuchtung, der das Tageslicht in Farbe und Intensität im Terrarium simulieren soll. Für die Haltung von Bartagamen eignen sich nur zwei bezahlbare Arten von Lampen, die jedoch nur in Kombination ein optimales Ergebnis liefern:
HQI-Strahler HQI-Strahler, siehe mein Terrarium, ähneln von der Bauform ungefähr einem Halogenstrahler, sind jedoch von der Technik völlig unterschiedlich. Die HQI-Strahler haben mit dem richtigen Leuchtmittel, also der darin befindlichen "Glühbirne", ungefähr die Farbe (Farbtemperatur) des Tageslichtes und geben zudem viel Licht ab. Ein kompletter HQI-Strahler besteht aus dem Strahler selbst, einem Sicherheitsglas, dem Leuchtmittel und einem passenden Vorschaltgerät. Es gibt zwei geeignete Varianten von HQI-Strahlern:
Beide sind gleichermaßen für die Ausleuchtung von Terrarien geeignet, wir bevorzugen jedoch die Einbaustrahler. Einbaustrahler müssen meist mit einem externen Vorschaltgerät betrieben werden, die Hängestrahler haben schon eines im Gehäuse integriert. HQI-Strahler sind in verschiedenen Leistungen (Watt) verfügbar. Für ein herkömmliches Bartagamenterrarium eignen sich die 70W Varianten am besten, da die Flächenausleuchtung von mehreren 70W Versionen besser ist, als die von einer mit 150W. Bei größeren und höheren Terrarien, als es die Mindestmaße vorsehen, eignen sich aber auch HQI-Strahler mit 150W sehr gut. Folgende Leuchtmittel, die in HQI-Strahlern betrieben werden können, sind für die Terraristik geeignet:
HCI und CDM-TD sind eine Weiterentwicklung der HQI-Brenner. Sie leuchten etwas heller, halten länger und zeichnen sich durch eine noch bessere Farbwiedergabe aus. Daher würden wir diese favorisieren. Die Entscheidung zwischen HCI und CDM-TD kann vom Preis abhängig gemacht werden, da sie gleichwertig sind. Diese Brenner kann man im HQI-Strahler ohne Bedenken verwenden und sie ganz einfach gegen HQI-Brenner austauschen, ohne am Strahler oder dessen Vorschaltgerät etwas zu verändern. Die Beschaffung von HQI Strahlern und deren Brennern ist meist über Ebay am günstigsten, hier kann man diese komplett für ca. 50 € pro 70W-Strahler erwerben. In einem Terrarium mit den Mindestmaßen von 150x80x80 (BxTxH) empfehlen wir zwei 70W HQI-Strahler. Leuchtstoffröhren Da HQI-Strahler das Licht nur von einer relativ kleinen Fläche abstrahlen, entstehen im Terrarium noch ein paar Schatten, die man zum Großteil aufhellen sollte. Hierzu eignen sich am besten handelsübliche (nicht Reptiglo, Reptisun, o.ä.) Leuchtstoffröhren in den Formaten T5 oder T8 von z.B. Osram oder Philips. Aufgrund der kompakteren (kürzeren) Abmessungen der T5 gegenüber den T8 Röhren eignen sich die T5 Ausführungen etwas besser, da man somit mehr Licht ins Terrarium bekommt. Bei der Lichtfarbe eignen sich wiederum die Daylight-Ausführungen, also 860, 865 oder 960, 965. Am meisten Licht geben die "High Output" also HO-Ausführungen ab, sodass diese Verwendung finden sollten. Um Leuchtstoffröhren betreiben zu können, benötigt man die Kabel, Lampenfassungen und ebenfalls ein Vorschaltgerät. Ein Reflektor, der das Licht verdoppeln kann, sollte ebenfalls nicht fehlen. Auch so genannte Leuchtbalken, die Fassungen, Kabel und das Vorschaltgerät schon integriert haben, eignen sich sehr gut für Terrarien. Für das o.g. Terrarium in der Mindestgröße würde ich 2 T5 Leuchtstoffröhren mit jeweils 54 W empfehlen. Je größer das Terrarium wird, desto mehr Grundbeleuchtung sollte Verwendung finden.
UV-BeleuchtungUV-Beleuchtung im Allgemeinen Bartagamen benötigen UVA- und UVB-Strahlen, die sie in freier Natur der Sonne entnehmen. UVA ist wichtig für die Häutung und das Wohlbefinden der Tiere. UVB wird zwingend benötigt, damit die Tiere Vitamin D3 produzieren können, was wiederum dazu dient, Kalzium, was für den Knochenbau benötigt wird, in den Knochen abzulagern. Bekommen die Tiere keine UVB-Bestrahlung, so kommt es häufig zu Rachitis (siehe Krankheiten) und Wachstumsstörungen bei Jungtieren. Für die UV-Bestrahlung ist es zunächst sehr wichtig zu wissen, das Glas die UV-Strahlen blockt, eine Bestrahlung durch Glas (Terrarium) ist daher nicht möglich. Jegliche Art von UV-Lampen verliert an UV-Strahlung mit ansteigender Betriebsdauer. Mischlichtstrahler Die meisten erfahrenen Halter benutzen zur UV-Bestrahlung ihrer Tiere eine Osram Ultravitalux mit 300W. Diese wurde von der Firma Osram für die Gesichtsbräunung für Menschen entwickelt, bietet eine sehr starke UVA- und UVB-Strahlung und darf daher bei unseren Tieren nur ca. 30-60 Min. täglich, bei einem Abstand von 80-100 cm angewendet werden. Aufgrund des hohen Mindestabstandes ist es meist nicht möglich diese Lampe in einem Terrarium unterzubringen. Daher müssen die Tiere also entweder außerhalb des Terrariums, oder durch die geöffnete Scheibe bestrahlt werden. Bei der Bestrahlung mit der Vitalux, sollte man darauf achten, dass sich die Lampe möglichst senkrecht über den Tieren befindet. Eine Bestrahlung direkt von der Seite ist unnatürlich (das Licht der Sonne kommt ja auch von oben) und kann Augenschäden zur Folge haben. Die Vitalux 300W ist sehr wirtschaftlich, da sie nur ca. 30-60 Min. täglich benutzt wird, daher relativ wenig Strom verbraucht und zusätzlich erst nach 1000 Std., also nach ca. 5 Jahren Benutzung, ausgetauscht werden muss. Wir benutzen jedoch lieber die neuen UV-Strahler für den Ganztagsbetrieb, die von verschiedenen, in der Terraristik bekannten Firmen, angeboten werden. Die Ganztagsstrahler sind von der Bauweise mit der Vitalux zu vergleichen, haben jedoch weniger Watt und geben daher weniger UV-Strahlung und Wärme ab, so dass man sie den ganzen Tag im Terrarium benutzen kann. Unserer Meinung nach ist ein Ganztagsstrahler unter dem sich die Tiere bei Bedarf sonnen können, wesentlich natürlicher, als den Tieren eine kurzzeitige, zwangsweise und hohe Dosis an UV zu geben, wie es mit der Vitalux der Fall wäre. Da man die Strahler mit 100 bzw. 160W jedoch ca. 8-10 Std. am Tag benutzt, hat man hierdurch höhere Stromkosten. Des Weiteren muss man diese Strahler einmal im Jahr austauschen, da auch diese an UV-Leistung verlieren. Wir empfehle den Tausch gegen einen neuen Strahler im Frühling durchzuführen, also im April oder Mai. Über den Sommer haben sie die volle Leistung, die dann zum Winter etwas nachlässt, so wie es auch in der Natur der Fall ist, denn hier steht die Sonne im Sommer höher als im Winter und hat dort auch mehr Leistung. Viele Bartagamenhalter schwören bei den Ganztagsstrahlern auf die "Powersun UV" von ZooMed, die mit 100 oder 160W erhältlich ist und haben damit auch schon sehr erfolgreich Bartagamen gehalten. Aufgrund mehrer Tests, die wir gelesen haben, denken wir jedoch, dass diese zu wenig UV-Licht liefert und benutzen daher den T-Rex Active UV-Heat 100W Flood. Bei diesem ist es wichtig das man die neue Version des Strahlers benutzt, da die alten Versionen ebenso wenig UV-Licht abgeben, wie die o.g. Powersun. Die neue Version hat am Lichtaustritt milchiges und genopptes Glas, die alten Versionen haben entweder klares Glas, genopptes oder milchiges Glas. Nach unseren Kenntnissen, bietet der T-Rex 100W Flood im Abstand von 30cm so viel UVB-Strahlung, wie sie die Sonne auf der Erde erreicht. Also würden wir den T-Rex über einem Sonnenpunkt im Abstand von ca. 35cm anbringen (35cm minus 5cm, also der Höhe des Tieres, entspricht einem Abstand zwischen Lampe und Tier von ca. 30cm). Des Weiteren bieten T-Rex und andere Firmen so genannte "Spot" Modelle an. Diese bringen im Gegensatz zum Flood mehr UV-Licht, jedoch nur auf einen relativ kleinen Punkt. Daher sind meines Erachtens meist nur die Flood-Modelle geeignet. UV-Strahler anderer Marken sind meiner Meinung nach nicht geeignet, da es sich um minderwertige Produkte handelt, bei der die UV-Strahlung häufig von Lampe zu Lampe variiert (mal zu viel, mal zu wenig Strahlung). Leuchtstoffröhren und Co. UV-Leuchtstoffröhren und –Kompaktlampen sind für die Haltung von Bartagamen grundsätzlich nicht geeignet, da sie nur bis ca. 20 - 30cm UV-Strahlung abgeben. Benutzen kann man diese jedoch in kleineren und niedrigeren Aufzuchtbecken für Jungtiere. Spotstrahler mit UVA- und UVB-Anteil Diese Strahler wie Neo-Plus, Basking Spot, Dragon Daylight usw., sind im Grunde baugleich mit handelsüblichen Spotstrahlern aus dem Baumarkt und bringen in der Praxis keine UV-Strahlung, von der die Tiere profitieren können. Diese Art Lampe ist einfach nur teuer und bringt den Tieren nichts außer Wärme, die auch mit günstigeren Strahlern zu erreichen ist.
WärmebeleuchtungBartagamen sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängig ist. Sie müssen daher im Terrarium die richtigen Temperaturen vorfinden, um auf ihre „Betriebstemperatur“ zu kommen. Im Terrarium sollten verschiedne Temperaturzonen herrschen. Bartagamen benötigen einen kühlen Bereich von ca. 25°C, pro Tier mindestens einen erhöhten Wärmepunkt, auf dem Temperaturen von 40 bis max. 55°C herrschen und eine Grundtemperatur von ca. 30°C. Die Beleuchtung unter den Punkten "Grundbeleuchtung" und "UV-Beleuchtung" gibt schon Wärme ab. Daher wird die Grundtemperatur meist schon richtig sein. Es wird also höchstwahrscheinlich nur noch nötig sein, Wärmepunkte einzurichten. Da Bartagamen in der Natur diese Wärmepunkte auf Steinen und auf erhöhten Ästen finden, sollten auch im Terrarium vorzugsweise hohe Äste oder Steine mit Wärme bestrahlt werden. In der Natur suchen die Tiere am Ende des Tages u.a. Steine auf, die während des Tages durch die Sonne aufgewärmt wurden und die Wärme noch eine Zeit speichern. So nutzen die Tiere noch vorhandene Wärme aus, um etwas länger die gewünschte Temperatur zu halten. Benutzt man einen Ganztags-UV-Strahler, der einen Punkt in 35cm Abstand bestrahlt, so ist schon der erste erhöhte Wärmepunkt vorhanden. Ein weiterer erhöhter Wärmepunkt wäre nicht schlecht, bei zwei Tieren sogar dringend anzuraten (bei mehreren Tieren, immer ein Punkt pro Tier). Man schafft durch Äste order Steine (usw.) also einen zweiten Wärmepunkt und Beleuchtet diesen mit einem so genannten Spot. Hier bieten zum einen Hersteller für Reptilienzubehör passende Produkte an. Diese sind jedoch nichts anderes als die Spotstrahler, die auch im Baumarkt erhältlich sind, wobei die Baumarktvariante wesentlich günstiger ist. Am besten eigenen sich Halogenstrahler, die so genannten PAR-Strahler. Sie sind für E 27 Fassungen (normale Glühbrinenfassungen) und im Baumarkt günstig zu bekommen. Sie geben pro Watt mehr Wärme ab als herkömmliche Spotstrahler, haben eine höhere Lebensdauer und sind recht unempfindlich gegen Spritzwasser. Auch herkömmliche Spotstrahler, wie der Osram Concentra, sind sehr gut für die Schaffung von Wärmeplätzen geeignet. Um die richtige Temperatur zu erreichen, sollte man sich anfangs mehrere Strahler mit unterschiedlichen Leistungen (Watt) kaufen und mit diesen testen, welcher die richtige Temperatur bringt. Da in der Natur die Wärme auch nur von der Sonne kommt, verbinden Bartagamen die Wärme mit Licht. Von daher ist von Heizsteinen, Heizkabeln, Heizmatten und sämtlicher Wärme, die von unten kommt, abzuraten. Auch die Keramikheizstrahler sind nicht geeignet. Infrarotlicht ist ebenfalls nicht geeignet, da es Gesundheitsschädigungen bei Bartagamen verursachen kann.
BeleuchtungszeitenDa Bartagamen in freier Natur den Jahreszeiten und den damit verbundenen Veränderungen der Tageszeiten und Temperaturen ausgesetzt sind, sollte die Beleuchtung im Terrarium zumindest monatlich angepasst werden. Somit bekommen die Tiere einen Jahreszeitenrhythmus und können im Winter in die Winterruhe gehen. Die meisten Bartagamen haben zwar eine „innere Uhr“, gehen von sich aus in die Winterruhe und beenden diese auch selbst, egal wie viel Licht und Wärme im Terrarium ist, aber wenn man die Beleuchtung darauf ausrichtet, ist es auf jeden Fall besser. Viele Bartagamenhalter empfehlen, die Beleuchtung stetig abzusenken und sie dann ganz auszuschalten. Eine kleine Grundbeleuchtung erscheint für uns aber natürlicher, da es in Australien über den Winter auch nicht dunkel ist. Noch eine kleine Anmerkung: In Australien ist es Sommer, wenn bei uns Winter ist. Die Jahreszeiten sind also alle verschoben. Bei uns erhältliche Bartagamen werden aber schon seit Generationen in Deutschland gezüchtet, so dass sich die Tiere an unsere Jahreszeiten gewöhnt haben. |
Info´s über BartagamenFuttertiere züchten
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